Italien-Tour - Teil 5


Wettbewerb Youth League
Datum & Uhrzeit 22.10.2019, 14:00 Uhr
Spiel Juventus FC - FK Lokomotiw Moskwa
Eintritt frei
Ergebnis 1:2 (0:1)
Spielort Juventus Training Ground, Vinovo
Zuschauer 276
Programmheft Nein
Eintrittskarte Einfacher Abriss


Kurz vor Sieben musste ich die Unterkunft in Brescia verlassen, um meinen Flixbus nach Turin zu bekommen. Meine 24-Stunden-Metro-Fahrkarte ließ ich netterweise im B&B liegen. Vielleicht hatte ja jemand bedarf dafür, einige Stunden war sie ja noch gültig. Der Bus hatte dann erstmal eine ziemliche Verspätung, die sich aufgrund von starken Staus auf der Autobahn noch vergrößern sollte.

Am Haltepunkt in Mailand waren schon die ersten Gästefans aus Moskau zu sehen. Die Unterkunft war ungefähr 20 Fuß-Minuten von der Bushaltestelle entfernt. Eine andere Unterkunft, die ich vorher gebucht hatte, dann aber als unschön empfand (hauptsächlich aufgrund der Lage am Uni-Campus), hatte irgendwie Probleme mit meiner Kreditkarte und stornierte die Buchung. Mir kam das sehr gelegen, da keine kostenfreie Stornierung möglich war und ich so die bessere Lage, wenn auch um einiges teurer, nehmen konnte. Das nächste Mal einfach bisschen eher mitdenken.

2,20€ kostete in Turin die Touristensteuer. Das Tagesticket für den ÖPNV war mit 4€ überraschend günstig. Nach wenigen Minuten in der Unterkunft, ging es auch direkt weiter. Das Trainingszentrum von Juventus befindet sich in Vinovo, einem Vorort von Turin und ungefähr 20 Kilometer vom Stadion entfernt. Dort finden auch die Jugend- und Frauenspiele statt.

Den richtigen Bus zu finden, war nicht so einfach. Die herausgesuchte Route passte einfach nicht mit den Plänen und Anzeigen an den Haltestellen zusammen. Die erste Verbindung musste ich so unfreiwillig sausen lassen. Eine Weitere brachte mich an eine andere Haltestelle, an der wesentlich mehr Betrieb war. Als der Bus dann mit Verspätung kam, erkannte ich ihn nur anhand des Zielortes. Anstatt der Nummer 267 fuhr er einfach als „A“ vor. Beim Einstieg akzeptierte der Scanner die Fahrkarte nicht, obwohl diese für alle Vororte galt, anscheinend aber nicht für diese Art Überlandbus. Also waren hierfür nochmal 3,20€ pro Strecke zu zahlen, die auch einige Moskauer Gästefans nutzten. Am Eingang wurde überprüft, ob ich ein Gästefan bin. Als Deutscher durfte ich in den Heimbereich. Der Eintritt war kostenlos, aber es gab sogar eine Garderobenmarke als Eintrittskarte. Der Platz ist ziemlich schlicht, nur von einer Seite offen und mit einer künstlich gebauten Tribüne. Der Großteil der Zuschauer stand am Spielfeldrand an der Bande. Obwohl die Gästefans einen eigenen Bereich hatten, nutzen alle Zuschauer die gleichen Toiletten und das gleiche Verpflegungshäuschen.

Heute gewann Lok sein einziges Spiel in der diesjährigen Youth League Gruppenphase. Für Juventus war es das einzige Spiel, welches sie nicht gewannen. Bei Lok fingen die Rückennummern erst in den 50igern an.

In der 63. Minute musste eine Juve-Spieler wegen einem furchtbaren Krampf ausgewechselt werden. Er konnte nichtmal mehr auf einem Bein stehen, sondern musste komplett heraus getragen werden. In der 86. Minute täuschte ein Moskau-Spieler einen Krampf vor, um Zeit zu schinden. Dem Schiri war das Schauspiel sofort klar und er zeigte an, dass es dafür eine Minute mehr Nachspielzeit geben wird. Daraufhin steht der Spieler auf und grinst, wird dabei natürlich von den italienischen Fans verhöhnt. Das gleiche Schauspiel wiederholte sich exakt so nochmal in der Nachspielzeit.

Anwesend beim Spiel waren auch viele Spielerinnen der Juventus-Frauenmannschaft, die mit an der Bande standen. Teilweise gestandene Nationalspielerinnen, welche dann natürlich die ein oder anderen Fotos mit Fans machen mussten. Das Einsteigen in den Überlandbus zurück in die Turiner Innenstadt dauerte schon mal ewig. Mit der typischen italienischen Ruhe musste der Busfahrer bei jedem einzelnen Fahrgast 6-7 mal auf der Tastatur herum tippen, eher der Kassenzettel von Fahrschein gemächlich gedruckt wurde. Diesmal lohnte es sich aber, da auf der Fahrt Kontrolleure einstiegen, welche direkt auf sich aufmerksam machten. Nicht so wie in Deutschland, wo Kontrolleure noch ein wenig versuchen, nicht unbedingt auf den ersten Blick erkannt zu werden.




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