Italien-Tour - Teil 7


Wettbewerb Youth League
Datum & Uhrzeit 23.10.2019, 16:00 Uhr
Spiel FC Internazionale Milano - BV Borussia 09 Dortmund
Eintritt 5€
Ergebnis 4:1 (2:1)
Spielort Stadio Ernesto Breda, Sesto San Giovanni
Spielort Kapazität 4.475
Zuschauer 550 (100 Gäste)
Programmheft Nein
Eintrittskarte Richtige Eintrittskarte


Die Nacht in Turin war wieder kurz. Bereits um 6 Uhr fiel die Klinke ins Schloss. Zeitlich war es unnötig so früh zu starten, da die Strecke zwischen Turin und Mailand selbst mit dem Bus in zwei Stunden abgespult werden kann. Für einen unschlagbaren Fahrpreis von 3€ für den Flixbus, konnte ich einfach nicht anders. Die Strecke war durchsetzt mit Stau, so dass der Bus sogar über eine Stunde Verspätung bei der Ankunft hatte. Das kam mir sehr gelegen.

Ein Problem hatte ich aber die gesamte Zeit über noch: Da ich nach dem Spiel in der Nacht die endgültige Heimreise antreten sollte, benötige ich keine Unterkunft und brauchte eine Gepäckabgabe. Eine Passende ist erstmal gar nicht so einfach zu finden, wie man vielleicht denken mag. In Italien ist es nicht üblich, dass Bahnhöfe Schließfächer haben, wie man es bei uns gewohnt ist. Hinzu kommt die späte Uhrzeit und eine möglicherweise einkalkulierte Verzögerung bei der Stadionabreise. Nach vielen Versuchen habe ich dann, auf der Busfahrt nach Mailand, die passende Gepäckabgabe im Internet gefunden. Hotel Lima, ziemlich weit drin, in der Stadt (Der Busbahnhof Llampugno ist relativ nah am Stadion gelegen, aber eben weit entfernt von der Innenstadt) und 24 Stunden offen. Nach der Ankunft habe ich ein Tagesticket für die Metro für 8€ geholt und bin hin zum Hotel Lima. Die Gepäckabgabe für 3€ ging tatsächlich ohne Probleme und auch die 24 Stunden Rezeption stimmte. Perfetto.

Nun startete ich zum Stadtbummel und lief direkt vom Hotel in die Innenstadt, inklusive kurze Zwischenhalte zum Essen und zum Genießen des sonnigen Morgens. „Zum Shoppen nach Mailand“ heißt es, für die, mit dickerem Geldbeutel, so schön. Und tatsächlich gab es teilweise das Feinste vom Feinen zu sehen. Und mächtig teuer musste es immer sein. Die High Society neben Bettlern. Vor dem Dom begann dann der Horror. Überall Afrikaner, die dir Bändel andrehen wollten. Sie rennen dir hinterher, machen auf guten Kumpel und „Africa loves you“ und „Hey, where you come from?“ und werden aggressiv, wenn du dann dein Geld nicht für sinnlose Scheiße liegen lässt, sie also für ihre nervige Penetranz nicht bezahlst. Man merkt, dass es einfach unangenehm für viele Touristen ist. Man steht vor dem Mailänder Dom, vielleicht DAS Wahrzeichen Mailands und kann davon gar nicht viel mitnehmen, weil man noch nichtmal ein Foto machen kann, ohne belästigt zu werden. An anderen Stellen wurden die Touristen in Ecksituationen gedrängt und „ausgenommen“. Schnell wird aus der coolen, freundschaftlichen Art, eine kriminelle Bedrohungskulisse. Am Dom stehen die Carabinieri sogar daneben und lassen das Treiben zu. Ich würde mich für eine Stadt, die so etwas zulässt, schämen.

Sei es drum. Einige schöne Fotomotive mussten deswegen stecken bleiben. Nach einigen Stunden Laufen und Abgammeln fuhr ich mit der Metro zur Endhaltestelle nach San Giovanni. Das Spiel fand im Stadio Ernesto Breda statt, der Heimstätte des Serie D Vereins AC Pro Sesto. Im Gegensatz zu Juventus verlangte Inter für das Youth League Spiel Eintritt, 5€. An der Kasse kam ich dann genau mit einer Pöbelassi-Fraktion Dortmunder an. Die Koryphäe darunter, machte sich auch gleich ans Werk: „Scheiß Schlipsträger“, pöbelte er feinen italienischen Herren entgegen. Später im Stadion legte besagte Koryphäe noch mal nach, unter anderem mit „Fußball muss asozial bleiben.“ Ansonsten wurde das Spiel eher gemütlich verfolgt. Nach 8 Minuten schoss das BVB-Wunderkind Youssoufa Moukoko sein erstes Tor in der Youth League und stellte damit einen Rekord auf. Mit 14 Jahren, elf Monaten und drei Tagen ist er der jüngste Torschütze in der Historie des Wettbewerbs. Am Ende wurden die Dortmunder jedoch 1:4 zerlegt, was bei den Gästefans mit „Derbyversager“-Rufen quittiert wurde, da kurz vor diesem Spiel die Partie gegen Schalke ebenfalls verloren wurde. Nach Schlusspfiff ging es mit der Metro M5 Richtung San Siro. Die perfekte Verbindung zwischen beiden Spielen, denn die erst 2013 eröffnete und 2015 komplett fertiggestellte Linie verbindet beide Stadien von Endhaltestelle zu Endhaltestelle.



Kommentare

Es sind noch keine Kommentare vorhanden
Einloggen

* Pflichtfeld




Nutzerinformationen sind freiwillig. Nur der Name mit der Webseite wird veröffentlicht.