BSV Al-Dersimspor II - Türkiyemspor Berlin 1978 II


Wettbewerb Testspiel
Datum & Uhrzeit 20.01.2019, 12:15 Uhr
Spiel BSV Al-Dersimspor II - Türkiyemspor Berlin 1978 II
Eintritt frei
Spielort Lilli-Henoch-Sportplatz, Berlin
Zuschauer 25
Programmheft Nein
Eintrittskarte Keine


Am heutigen Sonntag sollten es zwei Berlinliga-Grounds werden: Al-Dersimspor und der Steglitzer FC Stern.

Auf beiden Plätzen gab es mehrere Spiele, so dass sogar noch die freie Wahl der Uhrzeiten und welches zuerst angesteuert werden soll, bestand. Die beste Variante war natürlich lange ausschlafen und nur Männermannschaften mitnehmen.

Nach dem ausgiebigen Ausschlafen im Hotel checkte ich erstmal, was um den Platz herum sonst noch so los geht und stellte fest, dass sich dieser direkt in der Innenstadt befindet. Wir haben uns beeilt und schnell die Sachen gepackt und sind durch Berlins leere Sonntag-Vormittagsstraßen zum Lilli-Henoch-Platz (Umgangssprachlich Sportplatz Anhalter Bahnhof) am Askanischen Platz gefahren.

Dort steht noch ein altes Portikusfragment als Quasi-Eingang zum Sportplatzgelände. Dieses gehörte dem Anhalter Bahnhof, welcher früher auf dem Gelände des Sportplatzes stand und im zweiten Weltkrieg zerstört und 1959 endgültig gesprengt wurde.

Hinter der anderen Seite des Sportplatzes befindet sich das Tempodrom, ein bekannter Veranstaltungsort in Berlin.

Nachdem das Auto abgestellt wurde ging es sogleich zu Fuß Richtung Brandenburger Tor, welches ca. eine viertel Stunde entfernt vom Platz steht.

Ein kurzer touristischer Abstecher zum Reichstagsgebäude, dem Brandenburger Tor und dem Holocaust-Mahnmal.

Danach gingen wir sogleich zurück zum Sportplatz. Wir landeten eine Punktlandung mit der Anstoßzeit, aber es war wenig Bewegung im Spiel. Es sah teilweise aus, als ob die Mannschaften gerade erst zum Warmmachen hinaus kamen. Aber bereits in Trikots?

Der Anstoß verzögerte sich und beim Lauschen von Gesprächen in der ersten Halbzeit kam auch der Grund heraus:

„Der Schiedsrichter ist wieder abgehauen mit den Worten: ‚So etwas pfeife ich nicht.‘

Lilli Henoch, nach welcher der Sportplatz benannt ist, war eine jüdische Leichtathletin, die im zweiten Weltkrieg noch auf dem Weg ins Ghetto Riga ermordet wurde.

Sie stellte mehrere Weltrekorde auf und wurde mehrmalige deutsche Meisterin, jeweils in verschiedenen Disziplinen.

Noch in der ersten Halbzeit tauchten einige typische Klischee-Serben auf, welche auf das Spiel ihrer Mannschaft Novi Pazar gegen die erste Mannschaft von Al-Dersimspor warteten. Große Designer-Sonnenbrillen, Mode-Jacken, laute Gespräche und rauchen unter einem Rauchverbotsschild. Diese machten bis Ende des Spiels den Großteil der Zuschauer aus, ohne dass ihre Mannschaft zu dem Zeitpunkt spielte. Herrlich.




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