WM 2018 in Russland - Teil 5 von 5


Wettbewerb WM 2018 Russland, Achtelfinale
Datum & Uhrzeit 03.07.2018, 21:00 Uhr
Spiel Kolumbien - England
Eintritt 115 USD
Ergebnis 3:4 i.E. (0:0, 1:1, 1:1)
Spielort Otkrytije Arena, Moskau
Spielort Kapazität 45.360
Zuschauer 44.190
Eintrittskarte Richtige Eintrittskarte



Tag 10:

Am freien Tag in Moskau entschieden wir uns aufgrund eines Tips eines Düsseldorfer Mitcampers, eine Schifffahrt über die Moskwa zu machen, in der man durch die Stadt schipperte.

Vorher bewunderten wir aber noch die Komplettdurchsuchungen (Kofferraum etc.) der Autos, welche nur in eine Tiefgarage eines stinknormalen Einkaufszentrums wollten.

Die Bootsfahrt war touristisch absolut top, aber das teure Essen war so wenig, dass man hinterher mehr Hunger hatte, als vorher.

So enterten wir nach dem Bootsgang direkt das nahegelegene Restaurant „Chef Steak&Bar“. Bier für 10 Euro und das Essen ungleich teurer, aber dafür top Ambiente, gute Portionen und vor Allem ziemlich lecker. Unsere Klamotten am Körper waren wohl billiger als das Essen und neben der High Society Moskaus sahen wir auch ziemlich Bauernhaft aus. Mitten in unserem Aufenthalt geht doch da auf einmal tatsächlich Kevin Kurányi telefonierend hinaus. Als er später ging, baten wir ihn draußen noch schnell um ein gemeinsames Foto. Für die WM war er als TV-Experte bei den Spielen unterwegs.

 

 

Tag 11:

Zum Frühstück wurden wir auf dem Campingplatz vom Düsseldorfer Kollegen recht herzlich eingeladen. Er übernahm meine Eintrittskarte und sollte das heutige Spiel mit den anderen besuchen. Er führte uns zum Mittag auch in einen guten Irish Pub, in dem wir paar Bier und Essen einnahmen.

Leider hatte ich da drin nicht gerade meinen hellsten Moment und ließ mir alle Geldscheine aus der Geldbörse stibitzen. So schnell konnte ich gar nicht schauen, da haben die Besitzer bereits Alarm gegeben, so dass kurze Zeit später eine Reihe Kriminalbeamter den Laden auseinandernahm, als wäre an diesem Tatort sonstewas passiert. Leider blieb mir auch der Gang aufs Revier nicht erspart, mit kyrillischen Dokumenten, die ich unterschreiben durfte etc. Nutzte leider alles nichts, hier sollte man ja nun auch keinen Aufstand machen.

Als ich wieder draußen war, waren die anderen bereits am Stadion. So entschied ich mich, ein paar Büchsen Bier zu kaufen und einen kleinen Spaziergang durch den Sokolniki Park zurück zum Campingplatz zu machen. Dort gönnte ich mir diese Bier dann, verfolgte den historischen ersten Elfmetersieg der Engländer via Ticker und wartete auf die Anderen. Als diese kamen, ging es dann alsbald in die Nachtruhe. Nun stand die Rückfahrt an.

 

 

Tag 12:

Früh am Morgen packten wir unsere Sachen, sackten unseren Hotelier ein, durchquerten die Zehn-Spurigen Moskauer Straßen und rollten die 600 Kilometer Einöde zur Grenze zurück, welche wir gegen frühen Abend erreichten. Diesmal dauerte der Grenzübertritt weit über vier Stunden. Die gesamte Karre wurde bis aufs Kleinste auseinander genommen. Die Grenzerin verschlammte dann auch noch die Autopapiere, forderte diese aber vehement ein, obwohl drei Mann ganz genau gesehen haben, wie diese an sie übergeben wurden.

Vielleicht ist er ja einfach nur runtergefallen? Der Hinweis dazu wurde nur sehr halbherzig wahrgenommen, die Forderung nach den Papieren waren dafür umso deutlicher.

Als ich mich dann mal auf den Weg um das Häuschen machte, in welches man zum Glück von der anderen Seite aus hinein schauen konnte, lagen die Papiere doch tatsächlich direkt unter dem Stuhl der Grenzerin.

Dieses Problem gelöst, merkte ich schon, wie bei der Passkontrolle mein Pass zur Seite gelegt wurde, während die anderen ihre wieder bekamen. Wir wurden dann auch gebeten, den Bus an die Seite zu fahren. Nach einiger Zeit des Wartens kam dann Einer, welcher auf mich zeigte und per Google Translator zu verstehen gab „Sie haben das Moskauer Gesetz gebrochen“. Mit diesem Wissen ließen die uns dann noch einmal eine dreiviertel Stunde warten, bis er wiederkam, mit meinem Pass und meiner FAN-Id. In Begleitung hatte er einen militärisch aussehenden Typen dabei. Ich dachte mir: „Nun führen die mich ab.“ Gesperrte FAN-Id = gesperrtes VISA, also illegaler Aufenthalt in Russland und nun erstmal Abschiebeknast (direkt bei der Ausreise, haha). In den Gedanken war alles möglich.

Nachdem der Grenzer beginnen wollte, mit Händen und Füßen irgendwas zu erzählen, wurde ein russischer Kollege in Deutschland angerufen und der Grenzer unterhielt sich mehrere Minuten mit ihm. Als einziges konnte man „Chuligani“ heraus hören.

Am Ende war es wohl eine Mischung aus gesperrter FAN-Id und dem Wissen, dass ich in einem Moskauer Polizeirevier zu gegen war. Sie wussten aber nicht, wieso ich da war. Direkt nach dem Telefonat bekamt ich ohne Weiteres meine Sachen in die Hand gedrückt und Abfahrt. Das war jetzt mal über ne Stunde Erregung pur…

Am Grenzübergang zu Lettland kam dann das Nächste: Wir hatten wieder einmal mega schlaue Momente gehabt und einfach zu viel Wodka und Zigaretten dabei (bei weniger als 1,50€ pro Schachtel auch zu verlockend). Gott sei Dank haben wir alles vernünftig angegeben, so dass wir lediglich etwas drauf zahlen durften. Trotzdem zog sich das zeitlich wieder hin.

 

Kurz nach der Grenze begegnete uns dann der zweite Elch der Tour, welcher in der Abenddämmerung einfach über die Straße lief. Die Nacht wurde durchgefahren bis zu unserem Ziel: Liepāja.

 

 

Tag 13:

Liepāja erreichten wir in den frühen Morgenstunden und hatten noch viel Zeit übrig. So verbrachten wir diese entweder schlafend im Bus, Bier trinkend an der Strandbar oder mit dem Schlafsack am Meer. Gegen Mittag brachen wir dann auf, holten uns noch ein wenig Verpflegung und fuhren zur Fähre, welche uns nach Deutschland bringen sollte.

 

Wenn man nicht gerade Seekrank wurde, verbrachte man die 26 Stunden auf der Fähre mit Bier, Wodka, Schlafen, an den Gameautomaten oder Unfug machen im Spielzimmer.

 

 

Tag 14:

16 Uhr fuhren wir in den Hafen von Travemünde ein. Der Bus wurde ordnungsgemäß wieder beim Vermieter bei Hamburg abgeliefert, ohne Beschwerden. Zu Dritt mussten wir nun wieder mit dem Flixbus nach Dresden, welcher nach einem Döner und Tour-Abschluss-Bier auch pünktlich kam.

Früh um 8 erreichte ich dann erschöpft, aber glücklich, das heimische Bett und verbrachte erstmal drei Tage damit, die Anstrengungen zu verarbeiten und wieder auf halbwegs auf dem Dampfer zu kommen.

 

 

Gesamtzahl Kilometer: 6.500 (750 Kilometer Fähre)



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