Europapokal


Wettbewerb Europa League - Qualifikation (3.Runde)
Datum & Uhrzeit 03.08.2017, 08:54 Uhr
Spiel AC Sparta Praha - FK Crvena zvezda
Eintritt 320 kc
Ergebnis 0:1 (0:1)
Spielort Stadion Letná, Praha
Spielort Kapazität 20.854
Zuschauer 16.808 (2.500 Gäste)
Programmheft Ja
Eintrittskarte Richtige Eintrittskarte



Sparta Prag ist neben dem Dauerrivalen Slavia der populärste Verein in Tschechien.

Mit zwölf gewonnen Meisterschaften ist man Rekordmeister seit der Einführung der 1. česká fotbalová liga 1993. Dazu gesellen sich noch 20 tschechoslowakische Meisterschaften, ebenfalls Rekord.

International blieben die größten Erfolge bisher aus. 1992 wurde man 3. Platz im Europapokal der Landesmeister.

 

2006 konnte sich Sparta das letzte Mal für die Champions-League-Gruppenphase qualifizieren. Davor war man Stammgast und nahm insgesamt acht mal seit der Gründung der Champions-League 1993 teil. Zur Zeit ist Sparta mit Lücken Dauerteilnehmer der Europa-League. In den letzten zehn Jahren konnte Sparta nur noch zwei Mal die Meisterschaft gewinnen, zuletzt 2014.

 

Eine ähnliche Geschichte, wenn auch mit jüngerer Vereinshistorie (Gründung Sparta: 1893, Gründung Roter Stern: 1945), kann Roter Stern Belgrad (Original: FK Crvena zvezda) aufweisen. Man ist serbischer und jugoslawischer Rekordmeister und hat den größten Rivalen mit Partizan in der eigenen Stadt. Mit 27 Meisterschaften muss sich Roter Stern derzeit die Rekordmeister-Krone mit Partizan teilen.

 

Zwei Ereignisse in der Vergangenheit von Roter Stern Belgrad sorgten besonders für Aufsehen:

Am 15.05.1990 kommt es in der Jugoslawischen Liga zu massiven Ausschreitungen auf den Rängen und auf dem Rasen beim Spiel Dinamo Zagreb gegen Roter Stern Belgrad. Sogar die Spieler waren involviert. Dieses Spiel gilt als die Vorhut der noch kommenden Jugoslawienkriege: Kroaten gegen Serben, die sich auf das Tiefste hassen.

Im Frühjahr 1991 kommt es im Europapokal der Landesmeister zum Viertelfinalspiel gegen Dynamo Dresden. Im Hinspiel in Belgrad wurden die ankommenden Dresdner Fans massiv mit Steinen, Flaschen und anderen Gegenständen beworfen. Im Stadion wurden sie von der Polizei attackiert, es gab viele Verletzte. Zum Rückspiel versammelten sich Fans aus dem gesamten Bundesgebiet, wenige Monate nach der Wiedervereinigung. Das Ziel war als "Rache für Belgrad" "Jugos klatschen".

Das Spiel wurde wegen Ausschreitungen abgebrochen. Dynamo Dresden bekam eine zweijährige Sperre und spielte seitdem nie wieder im Europapokal. Roter Stern hingegen konnte sich in dieser Saison zum bislang einzigen Mal den Pokal holen.

Ein Finalspiel verlor man bereits 1979 im UEFA-Pokal gegen Borussia Mönchengladbach.

Seit 1995 nimmt man zwar jedes Jahr an der Qualifikation für einen der beiden europäischen Wettbewerbe teil, qualifizieren dafür konnte man sich aber zuletzt 2008, war davor fast jährlich Teilnehmer des UEFA-Pokals.

 

Delije, was grob übersetzt "Tapfere Helden" bedeutet und in 1,5 Jahren ihr 30 jähriges Bestehen feiert, kam mit ungefähr 2.500 Mann in die tschechische Hauptstadt. Zum Stadion gab es einen Fanmarsch mit Gesängen und Pyro. An einer Kreuzung kurz vor dem Stadion zeigten Sparta-Fans ein Transparent mit der Aufschrift „Pravda za Mladića“ - Freiheit für Mladić. Gemeint ist der ehemalige bosnisch-serbische General Ratko Mladić, dem einige Kriegsverbrechen zur Last gelegt werden, darunter das Massaker von Srebrenica, dem bosnische Fanszenen Jahr für Jahr gedenken. In Serbien gilt Mladić als Nationalheld. Es kam bei Demonstration gegen seine Verhaftung im Jahre 2011 in Belgrad bereits zu Ausschreitungen.

Die Belgrader klatschten für diese Aktion stark Beifall und auch einige Fanutensilien wurden über die Polizeireihen hinweg als Respektbekundungen hin und her geschmissen.

 

Im Stadion guter, durchgehender Support von beiden Seiten, was vor Allem in der zweiten Halbzeit ab und an mit Pyrotechnik untermalt wurde. Hier gab es wiederum Wechselgesänge zwischen beiden Fanlagern. Im Gästeblock wurde mittels Spruchbändern eindeutig die Gebietshoheit und Zugehörigkeit des Kosovo zu Serbien vermittelt und mit (grob übersetzt) „Danke an die tschechische Nation für einen ehrlichen Kampf gegen das böse!“ die tschechische Heimseite gegrüßt.

 

Zur 70. Minute nahmen die Sparta-Fans im Fanblock alle Fahnen ab, stellten den Support ein verließen den Block, um sich in den Unterrang zu setzen.

 

Das Hinspiel gewannen die Belgrader 2:0, was zum einen gute Chancen auf deren Weiterkommen ließ, andererseits eine möglicherweise spannende Partie versprach.Diese spannende Partie war bereits Mitte der ersten Halbzeit hinfällig, als Roter Stern den 0:1-Endstand erzielte und damit in die Quali-PlayOffs einzog.



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