Krieg dem DFB

Erstellt am 29.05.2017
Zuletzt geändert: 14.08.2017 - 20:14 Uhr



Seit dem 14.Mai 2017 kommt es in den Stadien zu "Kriegserklärungen" gegen den deutschen Fußballverbund. Diese als Synonym verwendete Bezeichnung verdeutlicht den Interessenkonflikt der Fußballfans mit dem Verband.

Ob DFB, FIFA oder FIFA. Sogar Regional- und Landesverbände: Sie alle wenden sich immer mehr von dem Volkssport Fußball ab und versuchen eine größtmögliche Eventisierung und Kommerzialisierung. Auf der Strecke bleibt der Sport. Auf der Strecke bleibt der Fußball. Auf der Strecke bleiben die wahren Sport- und Fußballfans.

Hier gibt es eine Liste mit den Vergehen der Verbände. Diese Liste wird stetig erweitert.

FIFA

WM 2022 in Katar - Vergabe

Die Vergabe der WM nach Katar ist die meistdiskutierte der Geschichte. Da spielt zum einen eine Rolle, wie man auf die Idee kommt, eine Fußball-Weltmeisterschaft in einem Land auszutragen, dass für die Fußball-Welt völlig unbedeutend ist. Neben Bewerber, wie Australien, die USA oder Japan und Südkorea kann man nur munkeln, aus welchen Gründen ausgerechnet das kleine Katar den Zuschlag bekommen hat. Die Schweizer Bundesstaatsanwalt überprüft die Vergabe und ermittelt wegen möglicher Bestechungen.
Bereits die Handball-Weltmeisterschaft fand 2015 in Katar statt. Anders als im Fußball, können im Handball Nationalspieler nach einer dreijährigen Wartefrist auch für eine andere Nationalmannschaft auflaufen. Dies nutze da bereits Katar und kaufte sich munter Spieler ein. Am Ende kam Katar ins Finale, denn sie hatten fast keine Katarer im Kader.[10]

WM 2022 in Katar - Ausrichtung

Die Zustände der Arbeiter in Katar ist katastrophal. Man kann es als modernen Sklavenmarkt bezeichnen. Die Arbeitgeber die Pässe der fast ausschließlich aus dem Ausland kommenden Arbeiter ein. Diese entscheiden, wann ein Mensch aus- und einreist und geben ihn beliebig an andere Firmen weiter.
Sicherheitsstandards gibt es überhaupt nicht, viele Arbeiter arbeiten bis zur Erschöpfung. Leere Versprechungen des Staates sorgen für eine heimliche Verschlimmerung der Lage. Die internationale Gewerkschaftsunion (ITUC) geht bei Schätzungen von 7.000 toten Menschen aus, den der infrastrukturelle Aufbau der WM 2022 in Katar kosten wird.[9]
Franz Beckenbauer spielte die Situation herunter und verspottete die Arbeiter und Katar-Kritiker: "Ich habe keinen Sklaven gesehen."[1]

UEFA

Reform der nationalen Pokalfinale ab 2015/16

Der Pokalwettbewerb galt gemeinhin als der kürzeste Weg nach Europa. Nicht nur die Gewinner haben davon profitiert. Der Verlierer bekam stets einen Europapokal-Startplatz, sofern sich der Gewinner bereits über die Liga qualifiziert hatte. 

So haben sich Vereine, wie Union Berlin, Energie Cottbus oder Alemannia Aachen als unterklassigere Vereine für Europa qualifizieren können und dort sogar stets eine beachtliche Rolle gespielt.

Große Chancen für kleine Vereine, Traum-Spielzeiten, Außenseiter-Siege. All das ist seit 2015 in weite Ferne gerückt. Die UEFA hat in allen Verbänden den Modus geändert. Es nimmt nur noch der Pokalsieger am europäischen Wettbewerb teil. Sollte sich der Sieger bereits über die Liga für Europa qualifiziert haben, dann rückt in der ersten Liga einfach ein Startplatz auf.[12]

Damit verliert sich natürlich viel Reiz und Spontanität der Wettbewerbe. Die Maßnahme gilt der Gleichschaltung der Wettbewerbe. Kleine und unbedeutende Vereine sollen, so gut es geht, außen vor gelassen werden. Der Aufbau von (fast) geschlossenen Gesellschaften ist das große Ziel.

Champions-League-Reform 2018/19

Ab 2018 haben die vier Verbände aus Spanien, Deutschland, England und Italien jeweils vier feste Startplätze für die Champions-League. Im gleichen Atemzug werden auch die Fernsehgelder zugunsten dieser Vereine verschoben.[11]

Damit nehmen diese festen Plätze bereits die Hälfte der insgesamt 32 Startplätze ein. Diese vier Verbände besitzen also genauso viel teilnehmende Vereine, wie die 51 restlichen Verbände zusammen.

Ein Affront gegenüber dem sportlichen Gedanken und eine weitere Maßnahme aus einem sportlichen Wettbewerb eine Art exklusiven Club zu machen, in dem Jahr für Jahr die gleichen Teilnehmer die Gelddruck-Maschine immer schneller drehen lassen.

DFB

WM 2006

Als im Jahr 2000 die Vergabe des Ausrichters der WM 2006 gewählt wurde, hatte der DFB ganz bewusst Stimmen für einen erfolgreichen Ausgang der Wahl gekauft und damit Wahlbetrug begangen.[2]
Durch Scheingeschäfte vor der WM 2006 versuchte der DFB Millionenbeträge zu hinterziehen. Namentlich geht es um die Person Franz Beckenbauer.[3]
In dem Zusammenhang kommunizierte der damalige DFB-Präsident Wolfgang Niersbach nicht nur mit seinem privaten Email-Account, sondern ließ wichtige Dokumente verschwinden. Dies geschah parallel ebenfalls in der DFB zentrale.[4]
Wolfgang Niesbach trat aufgrund der WM-Affäre als DFB-Präsident zurück.[5]
Trotz der Beweislast und der hektischen Vorkehrungen nach Bekanntwerden der Affäre ließen es sich die Funktionäre und deren Anwälte nicht nehmen, gegen Institutionen zu schießen[6] oder gar Gegenklagen aufzusetzen.[7]

Relegation zur 3.Liga

Als die 3.Liga gegründet wurde, gab es ursprünglich drei Regionalligen. Die Meister der Regionalligen stiegen auf und die 3.Liga hatte drei Absteiger.
Nach nur vier Jahren wurden die drei Staffeln auf fünf aufgestockt. Seitdem müssen die Meister, sowie zusätzlich der Zweite der SüdWest-Staffel, in Relegationsspielen die Aufsteiger ausspielen. So gibt es Jahr für Jahr große Verlierer, welchen trotz einer grandiosen Saison der Aufstieg verwehrt bleibt. Bis auf den Verband gibt es niemanden, ob Fans, Trainer oder Spieler, welche dieses System umgehend abgeschafft haben möchten.
Der DFB stellt sich jedoch quer und sieht die aktuelle Lösung als alternativlos an.
Vier Absteiger wären bei 20 Mannschaften aus der 3.Liga kein Problem. Vor Einführung der 3.Liga war dies in der 2.Bundesliga bei nur 18 Mannschaften jahrelang usus.
Stattdessen kommen Funktionäre, wie der aktuelle DFB-Präsident Reinhard Grindel und bringen Ideen, wie man die Relegation reformieren kann. Er hält es für möglich, dass keine Ausscheidungsspiele im KO-Modus stattfinden, sondern eine eigene kleine Liga der Anwärter.[8]
Dabei wird sich darauf berufen, dass die Relegationsspiele eine gewisse Resonanz hervorrufen würden. Das ist bei Hop- oder Top-Spielen nicht verwunderlich. Die Funktionäre sehen darin jedoch nur ihren wirtschaftlichen und vermarktungstechnischen Nutzen. Das Endergebnis bleibt hier das Gleiche, lediglich die Qual der teilnehmenden Vereine wird damit verlängert.
Unterm Strich bleiben Jahr für Jahr zwei, drei Regionalliga-Staffelmeister, welche nicht aufsteigen.

DFB-Pokalfinale 2017

Der bisherige Höhepunkt der Eventisierung des Fußballs in Deutschland. Zur Halbzeit soll Helene Fischer das Publikum im Stadion und vor dem Fernseher mit einer Playback-Show unterhalten. Eine ganz schlechte Nachahme des amerikanischen Super Bowl. Kein Durchatmen der Fans, keine Pinkel- und Bierpause. Kein Fachsimpeln über die 1.Halbzeit.
Die Fans im Stadion quittieren diese Entwürdigung des Fußballs zurecht mit Pfiffen und erhalten im Internet breite Unterstützung.

Der Fall Gerd Rathjen

Das Magazin 11 Freunde veröffentlichte einen Artikel über den (nun ehemaligen) Vorstand des Bundes Deutscher Fußball Lehrer (BDFL), Gerd Rathjen.[11] Er übte diese Tätigkeit 26 Jahre lang ehrenamtlich aus.
Im Zuge der immer lauter werdenden Kritik am Deutschen Fußball-Bund tätigte auch Gerd Rathjen kritische Aussagen gegenüber dem DFB.

DFB-Präsident Reinhard Grindel verkauft die Amateure.

Die Funktionsträger des DFB predigen das Ehrenamt in den Vereinen und die Angestellten des DFB in Frankfurt machen sich die Taschen voll"

Daraufhin wurde er von der BDFL entlassen. Er betont,dass der DFB keinen Druck für eine Kündigung ausgeübt habe. Es zeigt jedoch wunderbar welches Machtinstrument hinter diesem Verband steht, dass der BDFL nur aufgrund berechtigter, harscher Kritik einen Menschen entlässt, der ein viertel Jahrhundert ehrenamtliche Tätigkeit leistete, aus purer Angst vor Konsequenzen für die Zusammenarbeit zwischen BDFL und DFB.

Die Chinesische U20 in der deutschen Regionalliga

In der Saison 17/18 soll die Chinesische U20-Nationalmannschaft in der Regionalliga SüdWest antreten. Die Mannschaft spielt ohne Wertung sogenannte Pflicht-Freundschaftsspiele. Die Regionalliga-Vereine werden mit 15.000 Euro Entschädigung abgespeist. Das Vorhaben stellt Marketing über den Wettbewerb. Ob die 15.000 Euro die Kosten für die Austragung der zwei zusätzlichen Heimspiele decken werden, ist fraglich.

Die Verlogenheit des Verbandes zeigt sich aber an einer ganz anderen Stelle. Denn während man laut DFB keine Regionalliga-Reform der fünf Staffeln umsetzen kann, in dem alle fünf Meister aufsteigen, da fünf Absteiger aus der 3. Liga für die 20er Liga zu viel sind, stiegen in der Saison 16/17 gleich sechs Mannschaften aus der Regionalliga SüdWest ab. Wohlgemerkt bei insgesamt 19 teilnehmenden Mannschaften. Diese Absteiger werden nun doppelt verhöhnt, in dem die Liga extra für die chinesische Auswahl auf 20 Mannschaften aufgestockt wird.

Noch schlimmer ist der Punkt, dass die Öffentlichkeit bewusst belogen wird. Der Geschäftsführer der Regionalliga SüdWest, Felix Wiedemann, sagt: „Alle 19 Vereine haben ausnahmslos gesagt, es wäre toll, wenn so eine Kooperation zu Stande kommt.“.[14] Nur einen Tag später meldete sich Waldhof Mannheim zu Wort und verkündete keine Spiele gegen die Chinesen eingehen zu wollen. Waldhof Mannheim hat niemals einer Teilnahme zugestimmt und stattdessen dem FK Pirmasens ein Freundschaftsspiel angeboten, für die man die Liga niemals auf 20 Mannschaften aufstocken konnte und die als Sechst-Letzter abgestiegen sind.[15]



Links

[1] 19.11.2013 - Peinliche Aussage Beckenbauers zu Arbeitsbedingungen in Katar
[2] 24.03.2017 - Eine Millionen Dollar, zahlbar einen Tag nach der Abstimmung
[3] 09.03.2017 - Fahnder werfen DFB Steuerhinterziehung vor
[4] 28.03.2017 - Der private E-Mail-Account des Herrn Niersbach
[5] 19.11.2015 - DFB-Präsident Wolfgang Niersbach tritt zurück
[6] 17.03.2017 - Vorwurf Steuerhinterziehung: DFB-Anwälte attackieren Finanzamt
[7] 22.03.2017 - Ex-DFB-Boss Zwanziger scheitert mit Klage gegen Land
[8] 08.05.2017 - Relegation: DFB-Präsident für Aufstiegsrunde
[9] 18.12.2015 - Gewerkschaft rechnet mit 7000 Toten bis zur WM
[10] 15.01.2015 - Im Kader von Katar stehen gerade mal vier Katarer
[11] 26.08.2016 - Format der UEFA-Klubwettbewerbe ändert sich ab 2018
[12] 23.09.2013 - Pokalfinalist in Zukunft nicht mehr international
[13] 14.06.2017 - Verhängnisvolle DFB-Kritik
[14] 23.06.2017 - Chinas U20 in Regionalliga Südwest
[15] 23.06.2017 - SV Waldhof sagt „Nein“ zum Spiel gegen Chinas U20

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