Fußball und die Kriegssymbolik

Erstellt am 13.06.2017
Zuletzt geändert: 14.06.2017 - 08:56 Uhr



Wie viele haben sich nach den "Krieg dem DFB"-Spruchbändern darüber brüskiert, dass Fußball doch kein Krieg sei und es eine Unverschämtheit ist, diese beiden Dinge so zu kombinieren.
Obwohl sich ganz klar keiner der Initiatoren Krieg wünscht und dieser Ausspruch im übertragenen Sinne zu verstehen ist, tun Medien und DFB so, als würden demnächst Fußballfans einen echten Krieg beginnen.

Dabei ist das Kriegerische schon immer ein Teil des Sports gewesen.
Die erste Vorform des Fußballs galt bereits 2000 Jahre vor Christus als militärisches Ausbildungsprogramm für die Soldaten in China. Zur römischen Hochzeit waren ebenfalls dem heutigen Fußball ähnliche Ballsportarten dem militärischen Training vorbehalten. Ab dem Mittelalter beinhalteten die Spiele in Europa, egal ob in Frankreich, Italien oder Spanien, allesamt Kampfhandlungen. In England ging es so brutal zur Sache, dass das Königshaus das Spiel zeitweise sogar verbot.[1]

Ohnehin besteht die gesamte Begrifflichkeit des Fußballsports aus Kriegsbegriffen:
Angriff, Verteidigung, Flanke, Schuss, Sieg, Niederlage, Kampf. Ab und zu fällt auch der Begriff Schlacht.

Am 01.06.2017 bei der Live-Übertragung des Relegationsspiels zur 3.Liga zwischen Carl-Zeiss Jena und Viktoria Köln verglich der Kommentator Eik Galley den Sieg in der Liga und der bevorstehende Sieg in der Relegation mit dem verbundenen Aufstieg mit dem Sieg Napoleons bei der Schlacht von Jena und Auerstedt mit fast 50.000 Toten und Verletzten. Beides seien triumphale Siege (In der Region Jena).

Spieler, Trainer und Funktionäre, gerade im Fußball, sind berühmt dafür, Sätze zu sagen, die man Jahrzehnte später noch als Zitate verwendet. Viele von diesen Zitaten geben ebenfalls Anspielungen auf Kriegsszenarien, Überlebenskämpfe oder ähnliches wieder. Seltsamerweise hat man hier das Phänomen, dass dies von den selben Leuten verwendet wird, um zu betonen, wie wichtig der Fußball ist, die auf der anderen Seite Fans und eben ausschließlich die Fans, für ähnliches Verhalten kritisieren.
Im Folgenden eine kleine Auswahl berühmter Fußball-Zitate. Es geht nicht immer um Krieg bzw. Leben und Tod, aber um Inhalt, bei dem so mancher gleich Schnappatmung bekommt, würde er nicht von den unten stehenden Herren stammen.

Bill Shankly:
"Es gibt Leute, die denken, Fußball sei eine Frage von Leben und Tod. Ich mag diese Einstellung nicht. Ich kann Ihnen versichern, dass es noch sehr viel ernster ist."[2]

Desmond Morris:
"Das Fußballspiel ist rituelle Jagd, stilisierter Kampf und symbolisches Geschehen."[3]

Reinhard Rauball
"Sieg - oder Blut am Pfosten!"[4]

Gary Lineker
"Abwehrspieler müssen vor allem eines beherrschen: Mit einem herzlichsten Lächeln Stürmern in die Knochen treten."[5]

Ernst Happel:
"Der deutsche Fußballer ist es in erster Linie nicht gewöhnt, dass er unter Druck gesetzt wird. Meistens setzen die Deutschen die anderen unter Druck."[6]

Heutzutage hat sich der Fußball zu einem Wettkampf mit klaren Regeln entwickelt. Die Krieges- und Kampfsymbolik ist er jedoch nie los geworden, denn sie galt schon immer als Ursprung und Basis des Spiels.



Links

[1] https://de.m.wikipedia.org/wiki/Fußball
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Bill_Shankly
[3] http://zitate.woxikon.de/fussball/808
[4] http://zitate.woxikon.de/fussball/3059
[5] http://zitate.woxikon.de/fussball/2148
[6] http://zitate.woxikon.de/fussball/1983

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